Rundbrief

Nächster Rundbrief: 1.6.2019

Thema: Notfälle und Vorsorge
Außerdem: Veranstaltungen, Engagements und Engagamentmöglichkeiten, Hilfsangebote, Trends und Informationen

Editorial 5/2019

Ein kurzes französisches Volksmärchen trägt den Titel „Wie eine Alte den Tod narrte“. Sie können es hier anhören. Es geht darin um eine alte Frau, die den personifizierten Tod auf einem Pflaumenbaum einsperrt. Dort muss der Schnitter so lange verharren, bis er verspricht, erst dann zu ihr zu kommen und sie zu holen, wenn sie ihn zu sich ruft. Was sie mit dem Nachlassen ihrer Kräfte auch tatsächlich tut. Meiner Meinung nach ist das Märchen eine lehrhafte und kurze Erzählung über das gelingende Älterwerden.

Denn stellen Sie sich nur mal vor, Sie würden die Hauptperson des Märchens kennen. Es handelt sich um eine ältere und begüterte Frau, die frei ist von gravierenden körperlichen Beeinträchtigungen. Ihr bereitet es großes Vergnügen, den Unglücklichen zu helfen. Alle, die an ihre Tür klopfen, lässt sie erst weiterziehen, nachdem sie mit ein paar Geldstücken und einer ordentlichen Mahlzeit ausgestattet sind. Außerdem ist diese Frau in ihrer Entscheidung frei, wann sie vom Tod geholt werden möchte.

Tatsächlich leben heute zunehmend mehr Menschen in den beschriebenen Lebensumständen. Nach arbeitsintensiven Jahren und der familiären „Rushhour des Lebens“ sind sie in der wohlverdienten nachberuflichen Lebenphase angekommen. Was passiert aber mit ihnen, sobald ihre „große Reise“ im Kasten ist und das nie enden wollende Wochende zum Alltag geworden ist? Spätestens dann steht die eigene Neuerfindung an. Dringende Rätsel, die dafür aber gelöst werden müssen lauten beispielsweise:

  • Wer bin ich?
  • Wer will ich werden in meinen verbleibenden Jahren?
  • Wen möchte ich in meinem Umfeld haben?

Empirisch gesehen tun sich Frauen bei der Lösung dieser Rätsel sehr viel leichter als Männer. Die alte Frau aus dem Märchen greift in ihrer nachberuflichen Phase auf schlummernde Talente und Kompetenzen zurück, deren Auf- und Ausbau sich lohnen. Sie füttert die Armen mithilfe ihrer Kochkünste. Sie teilt mit den Versehrten ihr Leid. Sie verschenkt sich und ihre Ressourcen bedingungungslos, wie sie es mit anderen Pfleglingen auch getan hat. Als Zeitmillionärin erfindet sie sich in ihrer Berufung neu.

Die beschränkte und starre Rolle des männlichen Ernährers hingegen tut sich bei der Neuerfindung schwer. Warum aber kann Opa nicht die neue Oma sein? Typischerweise hat er das ganze Erwerbsleben lang sowohl seinen Selbstwert als auch Status und Bedeutung ausschließlich aus beruflichen Beziehungen gezogen. Seine Enttäuschung und Nutzlosigkeit ist groß, wenn diese abbrechen. Möchte er dann nichts Neues lernen? Sich nicht bewegen? Wie soll er bedingungslos lieben können oder gar lachen? Daher nutzen viele Großväter ihre zweite Chance nicht – insofern sie überhaupt eine bekommen haben.

 

Falls Sie ein Menschen sind, der sich erfolgreich neu erfunden hat (oder eben auch nicht), dann schreiben Sie mir bitte davon. Über Ihre Anregungen, Kritiken, Ergänzungen an nils@dieneuenalten.org bin ich in jedem Fall sehr dankbar und möchte Sie mit Erlaubnis auch anderen Lesern und Leserinnen zur Verfügung stellen. Bereits jetzt habe ich im Dossier ein paar Beispiele und weitere Gedanken zum Thema zusammengestellt.

Nils Adolph

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Kalender

Mit Liebe pflegen wir einen Kalender, der bereits viele Termine enthält. Über weitere Veranstaltungshinweise freuen wir uns. Senden Sie Ihre Tipps ans DNA-Team.

Netzwerk-Gespräch: 25. Juni '19

„Auf der sicheren Seite – DNA-Netzwerkgespräch zu Notfällen und Vorsorge“ befasst sich mit dem Themenfeld: „Vorsorgevollmacht“, „Betreuer“, „Patientenverfügung“, „Vorbereitung auf den Tod und Unfall“.

Es wird am Dienstag, 25. Juni, ab 19:00Uhr, im Quartiersraumraum Gutleutmatten (Magdalena-Gerber-Straße 11) stattfinden. An diesem Abend stellen wir auch eine verbesserte Notfallkarte vor. Referenten vom SKM und von der DGHS haben bereits zugesagt. Falls Sie Interesse an einer Teilnahme haben, melden Sie sich bitte einem Mitglied des Teams. Mehr Infos und öffentliche Einladung folgen bald.

DNA- Marktplatz: 21. Mai '19

DNA bietet einen Marktplatz für Ihre eigenen Angebote und Ideen. Und DNA ist offen dafür, sich von Ihnen gestalten zu lassen. Den Anfang macht Darcy Ohlsen. Sie ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und körperorientierte Psychotherapie.

Am Dienstag, 21. Mai 2019 laden Die Neuen Alten (DNA) um 19 Uhr in den Gemeinschaftsraum der Arne-Torgersen-Straße 7 (Gutleutmatten) zum Marktplatz ein. Bei Interesse melden Sie sich bitte einem Mitglied des Teams oder erfahren mehr über das Format im Mai Rundbrief

DIE NEUEN ALTEN (DNA)

mischen mit und schaffen eine Plattform mit digitalen und analogen Angeboten für die neuen Alten in Freiburg und der Region

Wer?

Wir reiten in die Stadt, der Rest ergibt sich…“

(Clint Eastwood)

Wir sind fünf Menschen im Kernteam zwischen Mitte 30 und Anfang 70, die der Wunsch eint, sich aktiv für gelingendes Altern in Freiburg einzusetzen. Entsprechend unserer individuellen Talente kümmern wir uns bei die neuen alten (DNA) im kleinen und größeren Kreis um Themen, die älter werdende Menschen in Freiburg interessieren. Mitmacher*innen sind willkommen! Bislang engagieren wir uns ehrenamtlich, arbeiten jedoch an einer Professionalisierung.

Wie?

Alle wollen alt werden, aber keiner will es sein.“

(Gustav Knuth)

Wir möchten dazu beitragen, dass Älterwerden nicht mehr als Defizit verstanden wird und setzen uns für veränderte Altersbilder und eine Mitgestaltung städtischer Lebensräume ein. Über www.dieneuenalten.org informieren wir über Themen wie Potentialförderung, Nachbarschaft, Medienarbeit und Freizeit ebenso wie „heiße Eisen“, z.B. Altersarmut und Pflege. Wir möchten über diese Plattform die Koordination aller Beteiligter und Betroffener in Freiburg voranbringen. Unter dem Dach der Genossenschaft SAG ES! eG knüpfen wir ein Netz, um Freiburg zu einer noch lebenswerteren Stadt für alle Altersstufen werden zu lassen. Unser Netzwerk umfasst wichtige lokale Partner wie das städtische Seniorenbüro und zahlreiche Träger der etablierten Altenhilfe, aber auch verschiedene zivilgesellschaftliche Initiativen.

Warum?

Wer die Welt verbessern will, kann gleich bei sich selber anfangen.“

(Astrid Lindgren)

Auf demografische Herausforderungen entwickeln wir lokale Antworten, von unten und vor Ort, im Sinne guter Praxis. Wir verstehen uns als Stadtmacher*innen, die die Daseinsvorsorge zwar weiterhin kommunal adressieren, allerdings auch mitgestalten und die persönlichen Talente in den Dienst des Gemeinwohls stellen. Wenn viele alte Menschen pflegebedürftig werden und junge Menschen ihre Arbeit vermehrt unter Gesichtspunkten der Vereinbarkeit wählen, kann gute Arbeit und gutes Altern politisch relevant und durchsetzbar werden.  Wir machen uns stark für gesellschaftliche Teilhabe und sind sicher, dass wir mit unserer Arbeit immer mehr Menschen erreichen können, die an einem guten Altwerden interessiert sind.

Was?

Wenn Zukunft Perspektive ist, dann sollte man in der Gegenwart beginnen sie zu gestalten.“

(Sir Francis Bacon)

Mit DNA möchten wir in Freiburg eine zentrale digitale Plattform der sorgenden Verantwortungsgemeinschaft (Caring Community) und des bürgerschaftlichen Engagements etablieren und unterhalten. Wir wollen alte Menschen in Freiburg sichtbar machen und eine Kultur der Mitgestaltung für gelingendes Altern fördern. DNA will identifizieren und transparent machen, multiplizieren und übertragen, vernetzen, beraten, Initiativen vor Ort unterstützen. Themenfelder sind:

  1. Engagement-Förderung und Partizipation mit dem Fokus der Stärkung der Selbstorganisationskräfte älterer Menschen und dem Aufbau sozialer Netzwerke
  2. Nachbarschaft/Wohnen im Quartier
  3. Medienarbeit: insbesondere die Rolle älterer Menschen in der digitalen Gesellschaft
  4. Altersbilder/Vermeidung von Altersdiskriminierung
  5. Verbraucherschutz und Transparenz, Produktvorstellungen
  6. Freizeit, Bildung, Kultur und Sport

Unser Fokus ist die soziale Nachhaltigkeit. Mit Praktiken des gelingenden Alterns beschreiben wir die demografische Entwicklung als Chance für einen nachhaltigen sozialen Umbau der Kommune. Wir nutzen lokale Ressourcen.

Unser team

Wollen Sie jemanden vom Team Kontaktieren, dann schreiben Sie den entsprechenden Vornamen vor die e-Mailadresse, also zum Beispiel: nils@dieneuenalten.org

Wer kann Mitmachen?

Grundlage potentieller Kooperationen sind unsere ethischen Grundsätze und Werte sowie unsere Unabhängigkeit. Wir gehen Kooperationen mit kommunalen, karitativen und sonstigen Unternehmungen, Verbänden und Institutionen sowie Vereinen, Netzwerken, Initiativen und Genossenschaften und Einzelpersonen ein, die im weitesten Sinne mit den Belangen älterer Menschen zu tun haben. Wir achten darauf, dass aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen im Sinne einer guten Verbindung aus Theorie und Praxis in unsere Arbeit einfließen.

Hilfe-App für's Smartphone









Kooperationspartner

Alle die Verantwortung in ihrem sozialen Umfeld übernehmen sind ausdrücklich eingeladen, sich auf Ihre Art an DNA zu beteiligen. Kontaktieren sie jemand aus dem Team.

Was unsere Abonnentinnen sagten

Ich finde es sehr beeindruckend, dass Sie diesen Rundbrief fortschreiben.

Sollte sich mir irgendwann eine Möglichkeit auftun, Ihre Diesbzügliche Arbeit zu unterstützen, werde ich das gerne tun.

Anonym
Gehobenes Management

Danke für den Infobrief.

Ja. ich möchte gerne  weiterhin den kostenlosen Monatsbrief erhalten.                                                                  Mit Dank und freundlichen Grüßen

Anonym
unbekannte Rentnerin
Die Internet-Präsentation von DNA mit Zusammenfassung aller Freiburger Senioren-Aktivitäten ist eine hervorragende Idee und das Format ist sehr ansprechend. 
 
Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg!
Dr. Heiner Sigel
Freiburg-Rieselfeld

das Format deines neuen Rundbriefes gefällt mir sehr gut.

Liebe Grüße und frohe Zeit

Gitta Walchner
Unternehmensberaterin

danke für diesen DNA Brief, ich habe schon geglaubt ich bekomme die lokale Zeitung(Dernières Nouvelles d'Alsace;)

Vielleicht kaufe ich das Buch "wenn der Kopf hinaus geht, ganz weit fort".

Myriam
Mitarbeiterin www.abrapa.asso.fr

Der Rundbrief ist ja sehr voll mit Interessantem. Toll

Besten Dank und schöne Grüße

Michael Feller
www.inklusives-netzwerk-freiburg.de

Lieben Dank für den super tollen DNA Newsletter! Liest sich gut und ist prall an interessanten Infos.

Ursula & Hans-Jürgen Schweizer