„Altwerden ist keine Krankheit und sich Hilfe von außen zu holen, ist keine Schande…“

Nils Adolph
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Nachlese: DNA-Netzwerkgespräch „Krisen und Konflikte bewältigen“

Im DNA-Netzwerkgespräch „Krisen und Konflikte bewältigen“ am 23. Oktober kamen vier Expert*innen für Krisenbewältigung zu Wort. Sie stellten ihre Angebote in jeweils zehn Minuten vor und antworteten auf Fragen der Teilnehmer*innen. Anschließend konnten die Anwesenden im persönlichen Kontakt die Themen vertiefen.

Elfie Eitenbenz: Coaching, Seniorenberatung

Die frühere Fachgebietsleiterin der Pro-Familia-Geschäftsstelle in Freiburg, Mutter von drei Kindern und achtfache Großmutter informiert über ihr Angebot für ältere und alte Menschen. Elfie Eitenbenz‘ Seniorenberatung beschäftigt sich vor allem mit Konflikten und Krisen in Prozessen des Älterwerdens, Eintritt in die Rente, Veränderungen im körperlichen und gesundheitlichen Zustand, Umgang mit familiären Veränderungen, Verlusten und Abschied sowie Finanzen.

Im Fokus stehen dabei die immer wieder neuen Herausforderungen, die das Älterwerden mit sich bringt: „Altwerden ist keine Krankheit und sich Hilfe von außen zu holen, ist keine Schande!“ Elfie Eitenbenz will Menschen im Prozess der Neuorientierung begleiten, Kraft und Mut wecken und herausfinden, was leicht ist und was Mühe macht. Wo „die Zukunft noch ein schwarzes Loch“ ist, kann die Verstrickung in unklare Gefühle gemeinsam geklärt und nach Lösungen für die Zukunft gesucht werden.

Die Mediation ist ein Vermittlungsverfahren als Alternative zu gerichtlichen Verfahren. In einem privatrechtlichen Vertrag werden die Wünsche und Interessen aller Beteiligten wahrgenommen und ausgesprochen. Voraussetzung ist die Bereitschaft, miteinander an einem Tisch zu sitzen und eine Lösung herbeizuführen. Speziell bei älteren Menschen sind Generationenkonflikte, Pflegebedürftigkeit, Testament und Erbe vorherrschende Themen.

Elfie Eitenbenz, Praxis für Mediation & Familienberatung, Hildastraße 55, Telefon: 07 61/ 7 03 23 27


Darcy Ohlsen: Heilpraktikerin für Psychoterapie

Die ehemalige Lehrerin und heutige Heilpraktikerin für Psychotherapie hat gerade eine Ausbildung in Somatic Experiencing abgeschlossen. Sie bietet in eigener Praxis Gespräche, Begleitung und Therapien für ältere Menschen an.

In der provokanten Frage „Psychotherapie im Alter – muss das sein?“ verbirgt sich das zentrale Element der Psychotherapie: die Beziehung zwischen Therapeut*in und Klient*in. „Damit ich weiß, wovon der/die andere redet, ist mehr als Empathie nötig – es braucht Resonanz.“ Im intensiven Gespräch mit einem kundigen Menschen, der nicht dem direkten Umfeld angehört, liegt die große Chance der Psychotherapie.

Somatic Experiencing unterstützt Menschen auf dem Weg aus einem Trauma in ihrer Körperwahrnehmung zu mehr Gesundheit, Wohlbefinden und Lebendigkeit. Ziel der Methode ist es, in einem Gefühl von Verbundenheit mit sich selbst, anderen und dem Universum anzukommen („ein köstliches Gefühl“). Auf dem Weg dorthin geht es darum, das Nervensystem in eine Balance zwischen aktivierendem Sympathikus und dämpfendem Parasympathikus zu bringen. Wenn das Nervensystem im Ausgleich ist, gelingt es lt. SE produktive und gute Lösungen zu finden.

Darcy Ohlsen, Praxis für Leben in Begleitung, Günterstalstraße 31, Telefon: 07 61/42 99 90 48, www.darcy-ohlsen.de


Johannes Braun

Der Bildungsreferent für intergenerationelle Arbeit im Erzbischöflichen Ordinariat berichtet über seine Arbeit an „Lebensknotenpunkten“. Zusammenleben, Gemeinschaft, „Heimat“, praktische Fragen und konkrete Angebote christlicher Seelsorge in gemeinsamem Suchen, Fragen und in der Begleitung sind seine Inhalte. Sein Angebot liegt in der gemeinsamen Suche.

Für Johannes Braun fängt Seelsorge bei der Selbstfürsorge an. Spezielle Bedürfnisse können so besser eingeordnet und in ein großes Ganzes gestellt werden. Praktische Fragen mit „Tiefendimension“ sind: Wo, mit wem, wovon und wofür werde ich in Zukunft leben? Die spirituelle Dimension ist eng mit diesen praktischen Fragen verknüpft.

In Einzelgesprächen, altersentsprechenden Gesprächskreisen mit geistlicher Begleitung und Seelsorge in all ihren Facetten (in Institutionen, als Notfall- und Telefonseelsorge – auch als Chat oder per Mail) bietet Johannes Braun seine Begleitung an. Fundament ist stets das christliche Menschenbild. „Das Beste im anderen sehen“ bedeutet: Die Existenz jedes Menschen ist sinnvoll, Jeder ist ein geliebter Mensch. Jeder ist eine Persönlichkeit. Jeder ist unverfügbar.

Johannes Braun, Referent für intergenerationelle Arbeit, Erzbischöfliches Seelsorgeamt, Okenstraße 15, Telefon: 07 61/5 14 42 10, johannes.braun@seelsorgeamt-freiburg.de

Peter Raab

Der Ex-Verlagslektor bei Herder im Bereich Psychologie und Lebenshilfe bietet seine Hilfe als Meditations- und Kontemplationslehrer an. Für ihn ist die zentrale Aussage: „Es geht ums Ankommen, nicht ums Abschiednehmen.“ Sein Buch „Wenn es Zeit wird anzukommen“ stellt die „Weckkraft des Lebens“ in den Mittelpunkt. Wichtig sei, anzukommen in der Fülle des Lebens und Alter weder als Krankheit noch als Kränkung zu empfinden. „Jugendneid“ ist eine Sackgasse. In der Tradition der Mystik stehend, fokussiert er sich auf die Gegenwart des namenlosen Geheimnisses, in der die beglückende Fülle des Seins erfahren und gefühlt werden kann. So verortet er sich und seine Meditationsschüler*innen in der Ewigkeit, die er nicht defizitär sondern als existentielles Angekommensein beschreibt.

Der Meditationslehrer Peter Raab gibt Kurse und Seminare in der Tradition von Karlfried Graf Dürckheim, Detlef Witt, Willigis Jäger und Gisela Zuniga. Das nächste Seminar mit dem Titel: Vergessen wir das Älterwerden – kommen wir an! -Spirituelle Impulse für die späten Jahre finden statt vom 29. bis 31. März 2020 und vom 14. bis 16. August 2020 im Benediktushof (Holzkirchen). Am 13. März.2020 gibt Peter Raab ein Seminar im Waldhof Freiburg mit dem Titel „Wege aus der Einsamkeit.“ Das Buch zum Kurs mit dem gleichnamigen Titel wurde 2017 im Herder Verlag Freiburg publiziert.

Sigrid Hofmaier & Nils Adolph

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