Die Wahrheit wird euch frei machen (Joh., 8:32)

Nils Adolph
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(Editorial des DNA-Rundbriefs im November 2019. Den gesamten Rundbrief finden Sie hier: https://mailchi.mp/794380603e04/rundbrief-11-2019?)

prangt in goldenen Lettern hoch am Gebäude des Kollegiengebäudes I der Albert-Ludwigs-Universität, derzeit meist im zähen Nebel. Da es mit großen Ideen nicht so einfach ist, insbesondere wenn es um die Umsetzung von Erkenntnissen geht, ist die Neugründung eines Instituts zur Erforschung des Bedingungslosen Grundeinkommen vor wenigen Tagen im inneren des Gebäudes aus meiner Sicht sehr zu begrüßen.
Die Vorstellungen einer existenzsichernden und Würde gewährenden Gesellschaft reichen weit zurück in die Geschichte, haben aber in politischen Debatten der letzten Jahrzehnte keine größere Rolle gespielt. Nichts Geringeres als die Antwort auf nahezu alle drängenden Zeitfragen werden von Befürwortern des Bedingungslosen Grundeinkommens erhofft – da ist ein genaueres Hinsehen zweifelsfrei angebracht.
Aktuell gibt es überraschend viele neue Allianzen zur konkreten Umsetzung dieser Idee, wobei die Diskussion in Deutschland nicht zuletzt durch zahlreiche Experimente anderer Länder zu Varianten des Grundeinkommens beflügelt wird.

Unbestritten stehen wir vor gewaltigen Herausforderungen:

  • demografische Entwicklung (alternde Gesellschaften)
  • Wandel der Erwerbsbiografien (zunehmende Brüchigkeit und Unberechenbarkeit)
  • zunehmend unzureichende soziale Absicherung neuer und alter Risiken (nicht zuletzt vor dem Hintergrund der digitalen Transformation)

Bei den Zielen sind sich nahezu alle über Parteigrenzen und soziokulturelle Milieus hinweg einig, weniger hingegen bei den Wegen in diese „goldene Zukunft“, die sind oft noch unterbelichtet.
Vor diesem Hintergrund scheint mit die gründliche wissenschaftliche Erforschung des Bedingungslosen Grundeinkommens vielversprechend. Ähnlich sieht es wohl der Unternehmer Götz Werner, der in diesem Frühjahr die Universität Freiburg zur wissenschaftlichen Erforschung seines Lebensthemas angestiftet hat, im wahrsten Wortsinne: Mit einigen Millionen soll in den nächsten Jahren unter Federführung des Ökonomen Bernhard Neumärker ein neues Kompetenzzentrum seine Arbeit aufnehmen – ausdrücklich nicht nur akademisch, sondern auch stark zivilgesellschaftlich ausgerichtet. Ende Oktober wurde das „Freiburg Institute for Basic Income Studies (FRIBIS)“ feierlich eröffnet.

Warum ist das Thema „Bedingungsloses Grundeinkommen“ ein ideales Thema für die Neuen Alten?

„Meine“ Neuen Alten (zu denen ich mich selbstverständlich zähle) haben das Träumen noch nicht verlernt und richten den Blick weiterhin nach vorne. Sie schauen sich um nach Lösungen, sind streitbar und engagiert. Freiburg ist ein ganz besonderer Ort, was die Impulse für eine humangerechte Wirtschafts-und Gesellschaftsordnung angeht. Hier entstand die wirtschaftspolitische, sozialliberale Freiburger Schule mit den Vordenkern der Sozialen Marktwirtschaft. Für mich war dies übrigens der wesentliche Beweggrund, genau hier Wirtschaftswissenschaften zu studieren.

Ich möchte Sie daher ganz herzlich einladen zur gemeinsamen „Arbeit an der Utopie“: Für ein weitgehend selbstbestimmtes und gutes Leben und Altwerden (zumindest dereinst für unsere Enkel oder Urenkel). Lassen Sie uns gemeinsam an den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für ein gutes Leben und Altwerden arbeiten! Besuchen Sie z.B. einen Diskussionsabend, oder gleich mehrere und bringen Sie sich ein (Siehe Veranstaltung am 8.,14. und 21. November). Zu Beginn des neuen Jahres !Trara! haben wir von DNA ebenfalls einen Themenabend rund um das Grundeinkommen geplant. Auch kritische Stimmen sind willkommen. Einladung folgt. Interessent*innen können sich gerne jetzt schon bei mir melden: gudrun@dieneuenalten.org

Herzliche Grüße,

Gudrun Kaufmann

Den zugehörigen Rundbrief finden Sie hier: https://mailchi.mp/794380603e04/rundbrief-11-2019?


 

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