„Das ist ein MUSS, nicht mehr ein KANN“

Dagmar Hirche war zu Gast beim „Podium im Glashaus“

Dass ein Smartphone mehr kann als die perfekte Eierkochzeit zu signalisieren, das wissen mittlerweile 6.000 Menschen über 65 Jahren in Norddeutschland, die bisher unsicher im Umgang mit Internet & Co. waren. Mit den unzähligen Möglichkeiten der digitalen Kommunikation machte sie die Hamburgerin Dagmar Hirche bekannt, die beim „Podium im Glashaus“ ihre erfolgreiche Strategie gelingender Digitalisierung im Alter vorstellte.

Der lebendige und humorvolle Vortrag zeigte einmal mehr, wie wichtig der Zugang zu modernen Kommunikationsformen auch für ältere und alte Menschen ist. Dagmar Hirche erläuterte mit leidenschaftlicher Begeisterung, wie es mit dem von ihr gegründeten Verein „Wege aus der Einsamkeit“ gelang, stetig mehr Menschen über 65 mit der Nutzung des Internets vertraut zu machen. Vom ersten Inserat in Hamburg (auf das sich prompt 700 Menschen meldeten) bis zur stolzen Zahl von 6.000 Seniorinnen und Senioren, die die Unternehmensberaterin und „Hamburgerin des Jahres 2018“ bis heute geschult hat, vergingen nur wenige Jahre. In ihrem Buch „Wir versilbern das Netz: Das Mutmachbuch. Mit Spaß und Freude in die digitale Welt. 65plus“ und auf ihrem Youtube-Kanal erklärt sie erste Schritte und unterstützt wachsende Kompetenz.

Der im September veröffentlichte 8. Altersbericht der Bundesregierung unterstreicht die Forderung nach kostenfreiem W-LAN in allen Wohnungen und Altenheimen: „Das ist ein MUSS, nicht mehr ein KANN!“. Vor dem Corona-Lockdown verfügten nur 11 Prozent aller Altenheime über W-LAN. Während dieser Zeit der persönlichen Kontaktsperre konnte der Verein mit ausgeliehenen Übungs-Tablets beweisen, wie wichtig alternative Kontaktformen sind. Je nach Interesse holt Dagmar Hirche die Teilnehmer*innen in kleinen Gruppen ab: „Ich habe einen Senioren-Supermarkt!“ Ein Supermarkt, in dem sich jede und jeder nach den eigenen Interessen orientieren kann – ob Museum oder Bundesliga: Hier findet sich für alle das passende Angebot.

In Corona-Zeiten setzt Dagmar Hirche nun vermehrt auf Hybrid-Veranstaltungen mit analoger und digitaler Teilnahme. Nützliche Tipps bringt sie auch für den Aufbau eigener Strukturen vor Ort mit: Ein Anliegen sind ihr generationenübergreifende „Gesprächsrunden“ (nicht nur hier ist die Wortwahl wichtig: „Workshop“ oder „Seminar“ wirkt abschreckend) und die Partizipation aller Bevölkerungsgruppen (gerade auch Geflüchteter).

Podium im Glashaus“ ist eine Veranstaltung von Leben.Stadt.Alter in Kooperation mit der VHS Freiburg.
Am Freitag, 23. Oktober (Glashaus Rieselfeld, 19 Uhr, Eintritt: 6 Euro) stellt Prof. Dr. Cornelia Kricheldorff, bis August 2020 Professorin für Soziale Gerontologie der Katholischen Hochschule Freiburg unter dem Titel „Altern in einer digitalisierten Welt“ den 8. Altersbericht der Bundesregierung vor. Wegen der Corona-Bestimmungen ist der Zutritt auf 36 Personen beschränkt. Anmeldung unter mail@leben-stadt-alter.de
Infos: www.leben-stadt-alter.de

Sigrid Hofmaier

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