Bericht mit Maßnahmen zur digitalen Teilhabe Älterer

D21 – das Netzwerk für die digitale Gesellschaft hat einen Bericht zur Digitalen Teilhabe heraus gegeben. Die Leitfrage entspricht in etwa dem Motto des Rundbriefs aus dem Januar 2021: „Was können wir als Digitalszene besser machen?“

Hintergrund ist, dass viele Menschen, z. B. Ältere, vor digitalen Hürden stehen. 9 Millionen Menschen in Deutschland sind „Offliner“, haben keinen Zugang zum Internet. In der Gruppe der Menschen mit niedrigem Bildungsgrad gehört sogar für ein Drittel das Internet nicht zu ihrem Leben, so die Ergebnisse des D21-Digital-Index.

Wie können wir das ändern und verbessern?

Verschiedene ganz konkrete Vorschläge und Ideen, die uns als Gesellschaft in Bezug auf die digitale Teilhabe von den bisherigen „Offlinern“ voranbringen könnten – Lösungsansätze, die auf der Hand liegen, aber auch solche, die kreativ um die Ecke denken:

  • Eine kostenfreie Ausstattung mit grundlegendem W-Lan für alle SeniorInnen-Wohnungen und Altenheime sei essenziell für die Auseinandersetzung mit dem Internet und seinen Möglichkeiten.
  • Die konventionellen Medien – Fernsehen, Radio, Wochenblätter, die z. B. in älteren Menschen eine große Zielgruppe haben – müssten ihre Rolle in der digitalen Fortbildung reflektieren und einerseits auf bestehende Unterstützungsangebote aufmerksam machen, andererseits aber auch selbst ein digitales Bildungsprogramm für ältere Menschen ähnlich dem für Kinder entwickeln. „Was spricht gegen eine halbe Stunde ,Wie benutze ich ein Smartphone?‘ in einem der dritten Programme?“, fragte Hirche in die Runde.
  • Analoge Wege beschreiten, um Menschen mit digitalen Angeboten zu erreichen: Es müsse mehr Vor-Ort-Angebote für alte Menschen geben, bei denen ihnen niedrigschwellig und ausführlich die Anwendung z. B. eines Smartphones erklärt werde. Die eigene Familie sei hierbei oft zu ungeduldig – neue Partnerschaften zwischen jungen, digital aktiven Menschen und digitalen EinsteigerInnen könnten hier Abhilfe schaffen.
  • Dass Sprache ausschließend wirken kann, ist keine neue Erkenntnis, wirke aber beim Digitalen nochmal stärker, da englische Fachbegriffe einen Großteil des Diskurses ausmachten. Diese müssten in einfacher Sprache erklärt und bei initialen Gesprächen über den Nutzen der Digitalisierung am besten ganz vermieden werden. Mit einfacher Sprache ließen sich auch grundsätzlich neue Zielgruppen erschließen.
  • Bei der Etablierung neuer Formate der digitalen Verwaltung dürfe die Fortbildung der Mitarbeitenden nicht als letztes Glied der Kette betrachtet werden. Nur wenn die Mitarbeitenden die Systeme selbst wirklich verstünden, könnten sie auch niedrigschwellig dazu beraten und unterstützen.
  • Marginalisierte Gruppen, z. B. Menschen mit Behinderungen, Menschen mit Migrationsgeschichte oder queere Menschen, aber auch Frauen, müssten in IT-Berufen besser repräsentiert werden, damit ihre Perspektiven auch bei der Entwicklung von Algorithmen mitgedacht werden. Judith Gerlach erläuterte, wie dies langfristig zu einer besseren digitalen Teilhabe der jeweiligen Gruppen führen könne.
  • Barrierefreie Inhalte sind heutzutage möglich und wichtig. Das geht von barrierefreien PDFs bei digitalen Publikationen (die z. B. Beschreibungen für Grafiken enthalten müssen und auch sonst für die Screenreader-Programme seheingeschränkter Menschen ausgerichtet sein sollten) bis hin zu Tweets und Instagram-Posts, für die jedeR leicht Bildbeschreibungen anlegen kann.
  • Plattformen müssten in die Pflicht genommen werden, bei ihren Online-Angeboten immer mindestens zwei Sinne (z. B. Hören, Sehen) anzusprechen, sodass Menschen mit Einschränkungen die Angebote auch wahrnehmen können. An dieser Stelle müsse auch Clubhouse, die Plattform, auf der die Gesprächsrunde stattfand, dringend nachbessern.

Das ganze Gespräch können Sie >hier lesen<.

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