Mein ziemlich bester Freund

Wenn man in dieser Zeit – in diesen besonderen Zeiten wie man ja überall liest – einen Text verfassen möchte, kommt man einfach nicht an dem Thema Corona vorbei. Es ist dermaßen prägend für unser Hier und Jetzt… dies zeigt sich allein schon an den neuen Begriffen, Wortschöpfungen, medizinischen Termini, die uns mittlerweile fließend über die Lippen kommen. Wir sprechen von 7-Tage-Inzidenz, R-Wert, mRNA-Vakzinen – Begriffe, mit denen bisher wohl eher nur Mediziner und Epidemiologen konkret etwas anzufangen wussten. Anglizismen wie Lockdown, Shutdown und Social Distancing gehören zum Alltag. Ratgeber zu Resilienz, Gelassenheit und innerer Stärke haben Hochkonjunktur.

Und häufig kann man auch lesen, wie sehr Haustiere helfen können, gerade jetzt Freude zu empfinden, sich nicht allein zu fühlen, Spaß zu haben.

Womit ich endlich beim Thema wäre: ich mag Tiere gern, vor allem Hunde und zu meinem inneren Schweinehund baue ich gerade eine besondere Beziehung auf.

Wir haben nämlich beschlossen, ziemlich beste Freunde zu werden!

Bisher ging es mir eher so wie der Lübecker Grafikerin Julia Jankowsky, die diese Spezies so liebenswert visualisiert hat:

Meistens kam er mir auch eigentlich eher lästig vor…. denn wann zeigte er sich?

Wenn ich morgens voller Elan aus dem Bett springen wollte, um endlich wieder mehr Sport zu treiben – dann rekelte er sich gemütlich in den Federn und murmelte schläfrig: „vielleicht doch lieber noch ein Viertelstündchen“ und schon war der gute Wille verpufft. Tagsüber zu einem ausgedehnten Spaziergang starten, sein Kommentar: „bei dem Wetter?“ Wenn ich mutig die eigene Komfortzone verlassen möchte, hat er immer (gute)Argumente dagegen und baut Barrieren auf. Abends hält er mir verführerisch die Tüte Chips zum Gläschen Wein vor die Nase: „na, wie lange willst du denn widerstehen?“

Ich spürte: so geht es nicht weiter, da hilft nur eine radikale Analyse und Aufarbeitung unserer Beziehung! Und was soll ich sagen, seit wir beste Freunde sind: es klappt.

Wie in allen guten Beziehungen helfen Kompromissbereitschaft, Toleranz und Verständnis.
Und vor allem eine gute Prise Humor!

Das sieht konkret so aus: mal laufen wir gemeinsam, mal genießen wir es, morgens nochmal kurz in den Federn zu träumen. Auch gemeinsam verbrachte Abende auf dem Sofa können jetzt so entspannend sein: in eine warme Decke gehüllt, Musik und ein Gläschen Wein dazu – und mein neuer bester Freund liegt schnuffelnd eingekuschelt völlig friedlich neben mir.
Jetzt gerade hebt er seinen Kopf und lächelt mir aufmunternd zu, während ich diesen Text schreibe.
Schwein(ehund) gehabt!

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