Inklusion? Ja, gerne.

Auf den 5. Mai, dem europäischen Protesttag für Menschen mit Behinderungen, machen in der Region Freiburg verschiedene Veranstaltungsformate aufmerksam. Beispielsweise organisiert die Stadt Freiburg 2022 den Aktionstag Inklusion und die Landesbehindertenbeauftragte Simone Fischer veröffentlicht ihren neuen Podcast „Beteiligung schafft Gesellschaft. Einfach Inklusion.“. In Kirchzarten ist am 1.1.2022 mit der kooperativen Aktion: „Kirchzarten Inklusiv“ sogar ein ganzes Jahr voller Möglichkeiten für alle gestartet! Dabei stellen Monat für Monat zahlreiche Kooperationspartner*innen ihre inklusiven Einrichtungen und Projekte vor um auf die Bedürfnisse behinderter Menschen und die Notwendigkeit einer inklusiven Gesellschaft aufmerksam zu machen.

Bis zur inklusiven Gesellschaft fließt noch viel Wasser den Rhein runter

Der Inklusionsbegriff ist sozial und nachhaltig, braucht aber sein Gegenteil die Exklusion, genau wie die funktionale Arbeitsteilung unserer Gesellschaft die Exklusion braucht. Beispielsweise könnte DNA- Die Neuen Alten ohne die regelmäßigen, exklusiven Jour Fixe des Kernteams nicht funktionieren. Das davon viele Menschen ausgeschlossen sind ist auch nicht in jedem Fall schlimm. Denn 1. sind von unseren Treffen nicht per se alle Menschen mit langfristigen körperlichen, geistigen, sinnes- oder seelischen Beeinträchtigungen ausgeschlossen. Alle dürfen über unsere Einstiegsfrage mit uns in einen Arbeitszusammenhang kommen. Und 2. wollen wir uns auch nicht von rollstuhlfahrende Horden gestürmt sehen.

Selbstverständlich gilt das auch anders herum. Niemand will beispielsweise freiwillig an einem exklusiven Galadiner mit Dieter Bohlen teilnehmen. Wenn jemand dazu gezwungen wird, dann weil höchst wahrscheinlich der Begriff „Inklusion“ falsch verstanden wurde.

Nebenbei bemerkt passiert sehr Ähnliches öfter mal im Namen der falsch verstandenen Integration. Das entsprechende Begriffspärchen zur Unterscheidung der gelungenen von den mießen Integration ist in diesem Fall die monistische Intergration und deren Gegenbegriff, die pluralistische Integration.

Gegen Diskriminierung und Ausschluss!

Exklusive Versammlungen reizen mich persönlich wenig, solange mit meinem Ausschluß nicht eine Abwertung oder Diskriminierung verbunden ist. Und genau da liegt eigentlich der Hund begraben zwischen Exklusion und Inklusion. Abwertung oder Diskriminierung im Gesundheitswesen bearbeitet in Freiburg der Verein „Netzwerk Inklusion Region Freiburg“ (NIRF) mit dem Projekt „Gesundheit inklusiv“. Für dieses Projekt werden derzeit dringend Referentinnen und Betroffene in eigener Sache gesucht. Diskriminierte Menschen dürfen beim NIRF-Projekt „Gesundheit Inklusiv“ sensibilisierende Maßnahmen aktiv mitgestalten, indem sie über ihre Erfahrungen beim Arzt, in der Klinik, aber auch im normalen Alltag berichten. Bitte beteiligen Sie sich hier.

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