Telesprechstunde – wann ist das sinnvoll?

Keine Frage: Der persönliche Kontakt zwischen Arzt und Patient bleibt auch in Zukunft der „Goldstandard“ ärztlichen Handelns. Digitale Techniken können die ärztliche Tätigkeit lediglich unterstützen, sie sollen keinesfalls die wichtige persönliche Zuwendung von Ärztinnen und Ärzten ersetzen.

Denn nicht nur in Pandemie-Zeiten kann jeder unnötige Kontakt mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko verbunden sein. Deshalb kann unter gewissen Umständen eine digitale Arztkonsultation durchaus Vorteile bieten:

  • Anfahrtswege und längere Verweildauer im Wartezimmer werden vermieden. Somit besteht ein vermindertes Ansteckungsrisiko.
  • Die Telesprechstunde ist geeignet zur ersten Abklärung, ob der Gang zur Praxis überhaupt notwendig ist.
  • Kleinere Untersuchungen und insbesondere Verlaufskontrollen, beispielsweise bei chronisch kranken Menschen, können mittels Telesprechstunde vorgenommen werden.
  • Sie stellt eine Erleichterung für mobilitätseingeschränkte Menschen dar.
  • Geeignet zum Einholen einer Zweitmeinung zu einem medizinischen Problem
  • Nicht in jedem Ort ist noch eine Arztpraxis vorhanden; so wird eine Versorgung auch in ländlichen Regionen gewährleistet.

Diesen Vorteilen stehen naturgemäß zahlreiche Einschränkungen und Nachteile gegenüber. Die Kehrseite der Medaille ist nicht von der Hand zu weisen:

  • Eine geeignete Hardware (PC, Tablet oder Smartphone) muss vorhanden sein. Behandlungsmöglichkeiten sind eingeschränkt, da der persönliche Kontakt fehlt.
  • Die Telesprechstunde ist unpersönlicher und zahlreiche Untersuchungen können nicht vorgenommen werden: z.B. Abhören, Abtasten, die Diagnostik mittels Apparaten (Röntgen, EKG etc.) oder Proben, die ein Labor erfordern (Blutentnahme, Abstriche, etc.)
  • Behandlungen, welche normalerweise das medizinische Fachpersonal in der Praxis vornimmt, müssen eventuell selbst durchgeführt werden (z.B. Blutdruck messen, Blutzucker messen, etc.).

Hier können bei weitem nicht alle Aspekte über Telesprechstunden beleuchtet werden. Deshalb werde ich in den nächsten Rundbriefen weitere Themen zu Videosprechstunden ansprechen. Dazu gehören zum Beispiel: Welche technischen Voraussetzungen nötig sind; Wie man sich auf eine Telesprechstunde vorbereitet; Wie eine Telesprechstunde zustande kommt; etc.

Sie haben weitere Fragen oder Themen, die Sie hier behandelt wissen möchten? Schreiben Sie mir: sabine.simms@t-online.de

Sabine Simms, Digitale Gesundheitsbotschafterin im Pilotprojekt „gesundaltern@bw“ des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg

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